Manchmal führt der schnellste Weg zum Ziel nicht über die Karte, sondern über eine Frage. Viele Reisende zögern, jemanden anzusprechen, aus Sorge, zu stören oder die Sprache nicht zu beherrschen. Dabei freuen sich die meisten Menschen, wenn sie helfen können. Eine gute Frage kostet wenig, dauert kaum eine Minute und hinterlässt oft ein Lächeln, das den ganzen Tag begleitet.
Wen du fragst und wie
Such dir jemanden aus, der nicht in Eile ist. Menschen, die gerade zur Arbeit hetzen, haben wenig Zeit. Wer dagegen vor einem Geschäft steht, auf einer Bank sitzt oder mit einem Hund spazieren geht, hat meist einen Moment Zeit. Auch Verkäuferinnen und Verkäufer in Läden, Kellner in Kaffeehäusern oder Personen an einer Haltestelle sind oft gute Ansprechpartner.
Beginne mit einem freundlichen Gruß, etwa „Grüß Gott“ oder „Guten Tag“. Ein kurzes „Entschuldigung“ und ein Lächeln öffnen viele Türen. Versuche, ein paar Wörter in der Landessprache zu sagen, auch wenn du danach ins Englische wechselst. Zeig die Adresse auf einem Zettel oder auf dem Handy, dann muss niemand raten, wohin du willst. Sprich langsam und deutlich, und halte die Frage kurz.
Höre genau hin, und wiederhole die Wegbeschreibung mit deinen Worten. Wenn du sagst: „Erst geradeaus, dann bei der Kirche rechts?“, kann dich dein Gegenüber gleich korrigieren. Wenn möglich, frag eine zweite Person, um die Auskunft zu bestätigen. Nicht jeder kennt die Straßen gleich gut, und mancher gibt lieber eine Antwort, als zuzugeben, dass er es nicht weiß.
Manchmal gibt es Missverständnisse, und das ist völlig in Ordnung. Wenn du die Antwort nicht verstehst, bitte ruhig noch einmal um eine langsamere Erklärung, oder lass dir die Richtung mit der Hand zeigen. Viele Menschen zeichnen sogar eine kleine Skizze, wenn du ihnen einen Stift reichst. Merk dir große Punkte wie Kirchtürme oder Brücken als Orientierung.
Bedanke dich immer, auch wenn die Auskunft nicht richtig war. Wenn dir jemand besonders nett geholfen hat, frag ruhig noch, wo man in der Nähe gut isst. Solche kleinen Gespräche sind oft die besten Erinnerungen an eine Reise. Und wer selbst einmal einem verirrten Reisenden weitergeholfen hat, weiß, wie gut es sich anfühlt, wenn man gebraucht wird.